Das Schweriner Münzkabinett und eine versuchte Republikflucht

Rendezvous am 25.2.2016 um 18 Uhr in der Galerie Alte & Neue Meister Schwerin

 

Im September 1961 kam es nach zehnjährigen Verhandlungen zwischen den verantwortlichen Stellen in beiden deutschen Staaten zur Rückführung des Schweriner Museumsgutes aus Celle an seinen angestammten Platz. Darunter befand sich auch die Münzsammlung, die durch die Auslagerung verständlicherweise in Unordnung geraten war.

Der Direktor des Berliner Münzkabinetts, Professor Arthur Suhle, empfahl 1963 für die Neuordnung einen seiner Schüler: Joachim Pommerening, der mit einer Arbeit über die „Münzgeschichte Mecklenburgs während der Kipper- und Wipperzeit 1618–1623“ promovieren wollte. Pommerenings Dissertationsvorhaben gedieh – allerdings ohne dass er jemals das Landesmuseum betreten hätte. Im Schweriner Landeshauptarchiv arbeitete er dagegen öfter. Regelmäßig berichtete er Professor Suhle über seine erfolgreichen Studien in Schwerin. Dann brach der Kontakt plötzlich ab.

Was war geschehen? Nach einem Fluchtversuch im Februar 1970 wurde Pommerening vom Bezirksgericht Berlin-Pankow zu einer Strafe von 2½-Jahren Haft verurteilt. Nach einem Jahr konnte er aufgrund des Häftlingsfreikaufs in die BRD ausreisen. Anlässlich dieses Rendezvous‘ berichtet PD Dr. Torsten Fried über Archivrecherchen zu der von Joachim Pommerening in Angriff genommenen wissenschaftlichen Arbeit und darüber, wie die Neuordnung der Schweriner Münzsammlung dennoch ihren Fortgang nahm.

Der Eintritt kostet 3 Euro.

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