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Der September 2010 im Schleswig-Holstein-Haus
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  • 27. August 2010   Print This Post
  • Ausstellungen, Vorträge, Konzerte und mehr im Monat September im Schleswig-Holstein-Haus

    Bis 03.10.
    Jugend kulturell / Bildende Kunst der HypoVereinsbank
    Annette Czerny – Die unbewohnbare Hoffnung
    Ausstellung

    Ob draußen in der Natur, auf dem Feld, am Wegesrand oder in der Urbanität der Städte: stets begegnen der Künstlerin bereits gebrauchtes Material oder Fundstücke, die, in neue Zusammenhänge gestellt, ein neues Leben finden. Zwischen Objektträgern oder in Reagenzgläsern aufbewahrt, hält sie in ihren Installationen das kostbare Moment des Innehaltens, in dem sich die unbewohnbare Hoffnung auf Leben und Zukünftiges leise offenbart, fest. Das Anliegen, unseren Blick und unsere Wahrnehmung auf das Unscheinbare und Vergängliche zu richten, entscheidet im Wesentlichen auch über die Methode der künstlerischen Auseinandersetzung. So entstehen Objekte und Inszenierungen, die von einer fragilen und vergänglichen Schönheit sind.
    Eintritt: im Eintritt zur Hauptausstellung inbegriffen
    (HypoVereinsbank und Schleswig-Holstein-Haus)

    Bis 09.01.2011
    Schweriner Wohnen – Möbel mit Geschichte
    Ausstellung

    Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt der Stiftung Mecklenburg mit den Museen der Landeshauptstadt Schwerin zum 850. Jubiläum der Stadt. Sie präsentiert Exponate aus ihren Depots und dem des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege. Schlaglichtartig wird die Entwicklung von Wohnkultur in Schwerin von der frühen Neuzeit bis in das 20. Jahrhundert illustriert. Erläuterungen ordnen die Exponate stadt- und kulturgeschichtlich ein. Während das Wohnen in der Stadt im späten Mittelalter und der Renaissance nur anhand von archäologischen Funden und erhaltenen Einzelstücken veranschaulicht werden kann, stehen für das 19. und 20. Jh. teilweise komplette Zimmereinrichtungen zur Verfügung. Die Ausstellung kann mit ausgewählten Beispielen den großen Facettenreichtum dieses Bereichs der Schweriner Kulturgeschichte nur andeuten.
    Ausstellungsdauer: 4.06. – 9.01.2011
    Eintritt: 2,– €
    (Stiftung Mecklenburg und Landeshauptstadt Schwerin)

    Mi. 01.09. 17.00 Uhr Gartensalon
    Integrative Validation
    Über Möglichkeiten, Demenzerkrankte über ihre Gefühle zu erreichen. Frau Beate Böser, Trainerin für integrative Validation aus Waren, gibt an praktischen Beispielen Hilfen für den Alltag. Zeit für Fragen und Gespräche bleibt ebenfalls. Weitere Informationen unter Telefon 0385/52133818
    Eintritt: frei
    (Zentrum Demenz)

    Do. 02.09. 17.00 Uhr Eröffnung
    Erzwungene Wege
    Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts Wanderausstellung des Bundes der Vertriebenen in Zusammenarbeit mit der Stiftung ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNG
    Mehr als 30 Völker Europas haben im 20. Jahrhundert als Ganzes oder in Teilen ihre Heimat verloren. In chronologischer Linie gibt die Ausstellung einen Überblick über die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Flucht, Vertreibung und Genozid im letzten Jahrhundert. Die Ereignisse werden in ihrem historischen Kontext behandelt, manche der dargestellten Vorgänge sind in Deutschland oder im übrigen Europa wenig bekannt. Neben den menschlichen Tragödien werden in der Ausstellung auch die kulturellen Verluste dargestellt. Zeitzeugenberichte reflektieren europäische Einzelschicksale. Als Hauptursache für Vertreibung ethnischer Gruppen und Minderheiten steht vor allem die Idee des ethnisch homogenen Nationalstaates. Die Zwangsumsiedlung oder auch Vernichtung nationaler Minderheiten propagierten Politiker wie Ideologen als friedensfördernde Maßnahme. In der Regel ging es um die gewaltsame Durchsetzung von Hegemonialansprüchen. Rassismus und Antisemitismus kamen als eigene Motive für gewaltsame Vertreibungen, unabhängig vom Nationalismus, hinzu. Die Ausstellung zeigt auf, dass Vertreibungen in dieser Zeit ein gesamteuropäisches Phänomen darstellten. Die Zahl der Opfer ist riesig, Historiker sprechen von 80 bis 100 Millionen
    Menschen.
    Ausstellungsdauer: 3.9. – 24.10.2010
    Eintritt: zur Eröffnung frei, ab 3.9.: 3,– € / erm. 2,– €
    (Schleswig-Holstein-Haus)

    Di. 07.09. 19.30 Uhr Saal
    Peter Wawerzinek
    »Rabenliebe«

    Über 50 Jahre quälte er sich mit der Frage, warum seine Mutter ihn als Waise in der DDR zurückgelassen hatte. Der Junge, herumgereicht in verschiedenen Kinderheimen, blieb stumm bis ins 4. Jahr. Die Köchin eines Heimes wollte ihn adoptieren, ihr Mann wollte das nicht. Eine Handwerkerfamilie nahm ihn auf, gab ihn aber wieder ans Heim zurück. Wo war Heimat? Wo gehörte er hin? Dass er auch eine Schwester hat, erfuhr er mit vierzehn. Als Grenzsoldat unternahm er einen Fluchtversuch Richtung Mutter in den Westen, kehrte aber, schon jenseits des Grenzzaunes, wieder um. Wollte er sie, die ihn ausgestoßen und sich nie gemeldet hatte, wirklich wiedersehen? Zeitlebens kämpfte Peter Wawerzinek mit seiner Mutterlosigkeit. Als er sie Jahre nach dem Mauerfall aufsuchte, war das über die Jahre überlebensgroß gewordenen Mutterbild der Wirklichkeit nicht gewachsen. Es blieb bei der einzigen Begegnung. Aber sie löste einen Schreibschub aus. In »Rabenliebe« übersetzte der Autor das lebenslange Gefühl von Verlassenheit, Verlorenheit und Muttersehnsucht in ein großes Stück Literatur.
    Peter Wawerzinek wurde unter dem Namen Peter Runkel 1954 in Rostock geboren. Er  hat Textilzeichner gelernt, seinen Wehrdienst bei der NVA geleistet und an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee studiert. Seinen Lebensunterhalt bestritt er u. a. als Briefträger und Kellner bei der Mitropa. Als Performance-Künstler und Stehgreifpoet war er Teil der Ostberliner Literatenszene im Prenzlauer Berg. Seit 1988 lebt der Schriftsteller, Regisseur, Hörspielautor und Sänger in Berlin. 1991 erhielt er den Berliner Kritikerpreis für Literatur, 1993 den Hörspielpreis der Akademie der Künste. 2010 gewann er den Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurth!
    Eintritt: 3,– € / erm. 2,– € (inklusive Ausstellungsbesuch)
    (Kulturbüro Schwerin)

    Mi. 08.09. 19.30 Uhr Saal
    Sabrina Janesch
    »Katzenberge«

    Dezember 1981: In Polen wird das Kriegsrecht verhängt, das Land schließt die Grenzen. Eine junge Polin, auf Stippvisite in Deutschland, kann nicht mehr zurück. Sie lernt einen Deutschen kennen und heiratet; dreieinhalb Jahre später bringt sie eine Tochter zur Welt. Sabrina Janesch hat nach dem Abitur kreatives Schreiben in Hildesheim studiert und Polonistik in Krakau. 2005 gewann sie den 1. Platz im O-Ton Literaturwettbewerb des NDR. 2009 wird sie viel beachtete erste Stadtschreiberin in Danzig. Herkunft, das ist das Thema von Sabrina Janesch. In ihrem ersten Roman macht sich eine junge Frau, halb Deutsche, halb Polin, – der Autorin also sehr ähnlich – auf zum Grab ihres Großvaters. Sie fährt nach Schlesien und schließlich nach Galizien, wo alles begann. Dort, am Ende der Welt, will sie einen alten Fluch bannen. Magisch, suggestiv und präzise erzählt die Autorin eine Geschichte von Hass, Angst und Liebe, von nicht vergehender Schuld, von unheimlicher Heimat und einer wagemutigen Reise. Sabrina Janesch ist viel unterwegs. Ein Stipendium reiht sich an das andere. Abwechselnd lebt sie mal in Polen, mal bei den Eltern in Deutschland, zwischendurch immer wieder Auslandsaufenthalte.
    Eintritt: 3,– € / erm. 2,– €
    (inklusive Ausstellungsbesuch)
    (Kulturbüro Schwerin und Landeszentrale für politische Bildung MV)

    Di. 14.09. 19.00 Uhr Gartensalon
    Das Antlitz: Fenster zum Wesen des Menschen
    Vortrag von Andreas Weymann aus Berlin zu Leben und Werk Alexej Jawlenskys

    »Grauer Alltag«, »immer dasselbe«, – aus solchen Stimmungen kommt der Wunsch, etwas ganz Neues zu erleben, weite Reisen zu unternehmen. Aber Künstler haben die Fähigkeit, auch im grauen Alttag, im Gewohnten, Neues zu entdecken. So war der Maler Alexej Jawlensky (1864-1941) fasziniert von den Geheimnissen des menschlichen Antlitzes. Sein ganzes Malerleben lang hat er sich damit beschäftigt. Auch als er im Alter wegen der schmerzenden und sich versteifenden Gelenke den Pinsel zwischen beide Hände klemmen musste, hat er weiter vor allem Porträts gemalt. Der Vortrag zeigt die Nöte wie auch die Entdeckungen dieses Malers auf, der zur Künstlergruppe »Blauer Reiter« gehörte, für die Nazis als »entartet« galt und heute zu den ganz großen Künstlern des 20. Jahrhunderts gehört.
    Eintritt: frei (Unkostenbeitrag erbeten)
    (Christengemeinschaft Schwerin)

    Sa. 18.09. 19.30 Uhr Garten
    1. Deutsch-Japanisches Jazzfest der Landeshauptstadt Schwerin
    Die Deutsch-Japanische Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern zu Rostock e.V. präsentiert zusammen mit der Pasternack-BigBand japanische Jazzelite. Kartenvorverkauf ab 6.9. im Schleswig-Holstein-Haus.
    Eintritt: 15,– € / 12,– € (für Schüler)
    (Deutsch-Japanische Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern zu Rostock e.V.)

    Di. 21.09. 19.30 Uhr Saal
    Flucht, Vertreibung – Versöhnung?
    Der Journalist Dr. Klaus Bednarz und der Historiker Dr. Andreas Kossert im Gespräch mit Jürgen Hingst von NDR 1 Radio MV Klaus Bednarz, geb. 1942, ist einer der bekanntesten deutschen Fernsehjournalisten. Viele Jahre war er ARD-Korrespondent in Warschau und Moskau. Mit seinen Filmen hat er Menschen und Länder in unsere Nähe gerückt. Auf seiner Reise durch Ostpreußen hat er, 50 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Flucht und Vertreibung der Deutschen, diese einst östlichste Provinz Deutschlands besucht. Er ist dem Weg nachgefahren, auf dem seine Familie im Januar 1945 aus Ostpreußen flüchtete. Er hat die Spuren deutscher Kultur und Geschichte gesucht und mit den Menschen gesprochen, denen dieses Land eine neue Heimat geworden ist. Er begleitete aber auch solche, die einst hier lebten und nun als »Heimweh-Touristen « ihre alten Häuser und Höfe besuchen wollen.
    Andreas Kossert wurde 1970 geboren, hat Geschichte, Politikwissenschaft und Slawistik studiert und zum Thema »Preußen, Deutsche oder Polen? Die Masuren im Spannungsfeld des ethnischen Nationalismus 1870-1956« promoviert. Von 2001 bis 2009 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Warschau. Seit Januar 2010 ist er wissenschaftlicher Referent bei der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung am Deutschen Historischen Museum in Berlin.
    Eintritt: 3,– € / erm. 2,– € (inklusive Ausstellungsbesuch)
    (Kooperationsveranstaltung des Kulturbüros Schwerin mit der Landeszentrale für politische Bildung MV)

    Di. 28.09. 19.00 Uhr Saal
    Schwerin – wie es nicht gebaut wurde
    In der Reihe »Historische Abende« referiert Jörg Moll vom Stadtarchiv Schwerin. Unzählige Bauprojekte, die niemals verwirklicht wurden, haben sich in den Akten der Stadtverwaltung erhalten. Das betrifft Wohngebäude, Straßen und Brücken, städtebauliche Planungen und öffentliche Bauten. Vor allem seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden immer wieder Pläne zur Genehmigung vorgelegt oder stadtinterne Planungen vorgenommen, die jedoch nicht zur Ausführung kamen. Angelehnt an die Gliederung der Schweriner Stadtgeschichte sollen anhand dieser Akten und Pläne jeweils mehrere Gebäude aus der Zeit bis 1933, der Zeit von 1933 bis 1945 und aus dem Zeitraum 1945 bis 1990 vorgestellt werden. Einen Schwerpunkt bilden Arbeiten der  in Schwerin bekannten Architekten Andreas Hamann oder Paul Nehls.
    Eintritt: 2,– €
    (Stadtgeschichts- und –museumsverein Schwerin e.V.)

    Mi. 29.09. 19.30 Uhr Saal
    40 Jahre Freilichtmuseum Mueß
    In einem Rückblick gewährt Museumsdirektorin Gesine Krönert genauere Einblicke in die Geschichte ihrer Einrichtung. Am 18. Juli 1970 konnte nach fünfjähriger Bauzeit der Bauernhof als erstes Objekt an die Öffentlichkeit übergeben werden. Das Museum am Südufer des Schweriner Sees hat seitdem auf besondere Weise Einzigartiges zu bieten.
    Auf über 5 ha kann man hier den historischen Ortskern besichtigen. Wertvolle Gebäude der Volksarchitektur zählen als Baudenkmal oft zu den letzten Zeugnissen einer vergangenen Epoche.
    Eintritt: 3,- € (Vereinsmitglieder frei)
    (Klöndör e.V.)

    Do. 30.09. 16.00 Uhr Gartensalon
    Plattdeutsch
    Der Dömitzer plattdeutsche Verein ist erneut Gast beim plattdütschen Kring in Schwerin. Mit einem gemischten Programm ehren sie Fritz Reuter anlässlich seines 200. Geburtstages.
    Eintritt: frei
    (Plattdütsch Kring tau Swerin)

    Schleswig-Holstein-Haus Schwerin
    Puschkinstraße 12, 19055 Schwerin
    Tel.: 0385 55 55 24/25/27
    Fax: 0385 20 23 8040
    E-mail: Schleswig-Holstein-Haus@schwerin.de
    www.schwerin.de (Veranstaltungen)
    www.auf-nach-mv.de
    Ausstellungszeiten: täglich 10.00 – 18.00 Uhr
    Kartenvorverkauf und täglich 10.00 – 18.00 Uhr
    Reservierungen: 0385 55 55 27
    (Änderungen am Programmablauf vorbehalten)

    Tags: Annette Czerny, Ausstellung, Jazz, Sabrina Janesch, Schleswig-Holstein-Haus, Stadtarchiv



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