Der Verwaltung über die Schulter geschaut

Wael Alhussain aus Aleppo absolvierte ein Praktikum im Büro der Beauftragten

Paulsstadt (raib) – Menschen mit Fluchterfahrung auf eine berufliche Perspektive vorzubereiten, ist eine wichtige Voraussetzung für eine gelingende Integration. Wael Alhussain ist 28 Jahre und stammt aus Aleppo. Im August 2015 kam er nach Schwerin. Bei Grone Bildungszentrum Schwerin absolvierte er einen Integrationskurs, bei dem er die Prüfung zum Sprachniveau B1 bestand. Im Anschluss war im Rahmen der Maßnahme Chancen für Flüchtlinge ein Praktikum zur Kompetenzfeststellung im Echtbetrieb vorgesehen.

Nach einer Anfrage von Grone Bildungszentrum Schwerin über einen möglichen Praktikumsplatz bei der Stadtverwaltung hat sich das Büro der Beauftragten bereit erklärt, Wael ein zweiwöchiges Praktikum zu ermöglichen.

Wael Alhussain und Dimitri Avramenko im Gespräch. Foto: LHS

 

In fast zweieinhalb Wochen konnte sich Wael Alhussain über den Aufbau der Stadtverwaltung und ihre Arbeitsweise informieren. Er studierte das Integrationskonzept und die Statusberichte. Einen Tag hat er bei der Ausländerbehörde verbracht, wo er unter anderem auch einen Einblick in die Arbeit von der Behörde erhielt, die er bereits von außen kannte. Er hatte dabei Gelegenheit, sich mit seinem Landsmann, der dort als Dolmetscher tätig ist, auszutauschen.
Beim Runden Tisch Asyl verfolgte er mit, wie die einheimischen Vereine und Institutionen sich um die Anliegen der Geflüchteten kümmern. Er nahm an der Informationsveranstaltung der Bundesagentur für Arbeit und des Jobcenters bei der IKH zum Thema „Flüchtlinge und Zugewanderte in Ausbildung und Beschäftigung integrieren“ teil. Eine seiner Aufgaben war auch die App „Willkommen in Deutschland“ auf ihre Verständlichkeit und Funktionsfähigkeit zu testen.

„Es war eine gute Zeit“, sagt Wael Alhussain. „Ich fand die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung sehr nett und bin froh, dass sie mir einen guten Einblick in ihre Arbeit gaben. Während meines Praktikums hatte ich auch die Möglichkeit, meine Deutschkenntnisse weiter zu vervollkommnen.“
Wael machte 2007 Abitur in Aleppo und studierte von 2008 bis 2009 Betriebswirtschaft in einem Institut für Betriebswirtschaft und Marketing. Danach arbeitete er als Servicekraft in einem Restaurant. Sein Wunsch ist es, hier sein Studium fortsetzen zu können.
„Es ist wichtig“, sagt Dimitri Avramenko, Integrationsbeauftragter der Landeshauptstadt Schwerin, „dass geflüchteten Menschen eine berufliche Perspektive erhalten. Das ist eine Herausforderung, vor der die Wirtschaft und die Verwaltung stehen. Durch die Ermöglichung eines Praktikums leistet dazu auch die Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Schwerin ihren bescheidenen Beitrag. Ich freue mich, dass Wael in den vergangenen Wochen einiges Neues lernen konnte und wünsche ihm, dass diese Erfahrungen für seinen weiteren beruflichen Weg hilfreich sind.“

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