Falscher Polizist in Schwerin unterwegs

Beherztes Eingreifen einer Nachbarin schlug den Täter in die Flucht

Als Kripobeamter und mit falschem Dienstausweis verschaffte sich in der gestrigen Mittagszeit ein Mann Zutritt in die Wohnung einer Seniorin. Gerade als der Täter gemeinsam mit der Frau zur Tür hereintrat, schritt eine Nachbarin beherzt ein. Sie sprach den Mann an und drohte mit der Polizei, nachdem dieser ein offensichtlich falsches Dokument vorzeigte. Daraufhin verließ der falsche Polizist, ohne etwas entwendet zu haben, die Wohnung in der Parchimer Straße (Neu Zippendorf).

Zu einem weiteren Versuchte kam es nur wenig später (gegen 12.50 Uhr) in der Gadebuscher Straße in Lankow. Als der Täter versuchte, sich Zutritt in die Wohnung einer Frau zu verschaffen, verweigerte sie ihm jedoch den Einlass. Er verließ daraufhin unmittelbar den Wohnbereich der Seniorin.

Der Tatverdächtige wurde als dunkelhaarig, 175cm groß und schlank beschrieben. Ob es einen Tatzusammenhang gibt, klärt derzeit die echte Kriminalpolizei. Als Vorwand für den »Hausbesuch« gab der falsche Kriminalist an, dass es zu Einbrüchen gekommen sei und er ersteinmal nach dem rechten sehen müsse. Diese Art des Vorgehens wird von der Polizei nicht praktiziert. Im Zweifel rufen Sie per Notruf 110 an und lassen sich hier die Auskunft geben, ob ein echter Beamter im Einsatz ist.

Ähnlicher Fall in Ludwigslust

In Ludwigslust kam es noch am selben Tag (06.04.) zu einem ganz ähnlichen Fall. Hier wurde eine 82-jährige Geschädigte nach dem Einkauf vor ihrer Haustür von einem angeblichen Polizisten darauf aufmerksam gemacht, dass in ihre Wohnung eingebrochen wurde. Als sich die Geschädigte und der vermeintliche Polizist in die Wohnung begaben, stellten sie gemeinsam tatsächlich einen Einbruch fest. Vermutlich um festzustellen, ob der Täter bei seinem Einbruch alles Lohnenswerte gefunden hat forderte er die Geschädigte nun auf, nach ihren Wertsachen zu schauen. Wie sich herausstellte wurde Bargeld und Schmuck entwendet. Da die Geschädigte keine weiteren Wertsachen in der Wohnung aufbewahrte verließ der Täter nun die Wohnung und sagte der Geschädigten, dass in einer Stunde jemand zur Spurensicherung kommen würde. Erst als niemand erschien informierte die Geschädigte die Polizei.

Der Täter wurde wie folgt beschrieben:

– ca. 30 Jahre alt
– Glatze
– zur Tatzeit trug er ein hellgraues Jackett und eine helle Hose
– spricht akzentfrei hochdeutsch
– hat auffallend kleine Hände.

Die Polizei bittet auch hier um Mithilfe der Bevölkerung. Hinweise nimmt das PHR Ludwigslust unter der Rufnummer 03874 4110, jede andere Polizeidienststelle oder die Internetwache unter www.polizei.mvnet.de entgegen.

Darüber hinaus appelliert die Polizei wiederholt zur Vorsicht. Haben Sie stets ein gesundes Misstrauen. Echte Polizeibeamte können sich vor Ort immer mit dem Dienstausweis und Kriminalbeamte zudem mit einer Kriminalmarke ordnungsgemäß legitimieren. Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

 

Nachtrag: Masche auch in Rostock erfolgreich.
Wie das Polizeipräsidium Rostock informiert, wurde diese Art Trichbetrug auch in der Hansestadt durchgeführt. Bei zwei gestern zur Anzeige gebrachten Fälle konnte der Täter am Mittwoch Geld und Wertgegenstände erbeuten. Der sich als Kriminalbeamter ausgebende Täter soll ca. 45 Jahre alt und rund 1,85 m groß sein. Er hatt dunkle Haare. Zur Tatzeit trug er eine braune Lederjacke sowie eine blaue Jeans.

 

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