„Held und Rebell“

Über den früheren Ausnahme-Fußballer Peter Ducke…

Peter Ducke FOTO: © Verlag neues leben

Als Mecklenburger könnte man eine ambivalente Meinung zu Peter Ducke, dem exzellenten früheren Stürmer des SC Motor Jena bzw. des FC Carl-Zeiss Jena, haben. So verhinderte er mit seinen Jenaern vor 57 Jahren – den FC Hansa gab es damals noch gar nicht – den DDR-Pokalerfolg von Empor Rostock. Mit 3:2 setzte sich die Thüringer im Finale durch.

1960 begann auch die Karriere von Peter Ducke in der DDR-Nationalmannschaft, die 15 Jahre und 68 Länderspiele umfasste. Viele Höhepunkte gab es dabei für das Thüringer Fussball-Ass. Ducke holte mit der DDR-Olympia-Auswahl 1972 in München Bronze. Das beinhaltete auch einen 3:2-Erfolg gegen Deutschland-West mit Uli Hoeneß, Ottmar Hitzfeld und Jürgen Kalb. Zwei Jahre später trat er mit der DDR bei der Fußball-WM-Endrunde an. Am Ende sprang ein beachtlicher sechster Rang heraus. Er avancierte zu einem der erfolgreichsten Stürmer im DDRFußball, wurde von Fußballegende Pelé als einer der besten
Angreifer der Welt gefeiert und von den größten Clubs Europas umworben. 27 Jahre, von 1950 bis 1977, war Peter Ducke aktiver Fussballspieler und dem Fussball blieb und bleibt er natürlich in unterschiedlichen Funktionen weiter erhalten.

Der bekannte Thüringer Journalist Thomas Stridde verfasste nun ein Buch über Ducke mit dem Titel „Held und Rebell“. Schwerin-News hat beim Autor nachgefragt…

Interview

Thomas Stridde über den Ausnahme-Fußball-Spieler Peter Ducke, das Buchprojekt und seine sportlichen Präferenzen

„Hat sich niemals verbogen…“

Herr Stridde, Sie schrieben das Buch „Held und Rebell“, das die Höhepunkte und Niederlagen des berühmten Stürmers Peter Ducke aus Jena beinhaltet. Was war aus Ihrer Sicht das Heldenhafte und das Rebellenhafte an Peter Ducke?

Thomas Stridde: Das Heldenhaft-Rebellische bestand wohl darin, dass Peter sich niemals, wie viele andere, im DDR-System verbogen hat – wohl in jeder Situation und mitunter hinreißend naiv. Er blieb stets er selbst. Feige Gedanken, bängliches Schwanken – das war nie Peters Ding.

Wie kam es eigentlich zum Buch-Projekt? Wer hatte die Idee dazu?

Thomas Stridde: Ein Freund und Kollege liebäugelte mit einem solchen Buch-Projekt. Aber er haderte, fand keine Zeit und keine Kraft dazu. Als der Geschäftsführer meiner Zeitung, bei der ich seit 1981 arbeite, mich eines Tages zwang, einen „ganzen Sack“ voll nicht abgebummelter Tage des Wochenenddienst-Freizeitausgleichs am Stück abzugelten, war klar: Ich schreibe das Peter-Ducke-Buch. Mein Freund gab mir grünes Licht. Ich arbeitete also vier Wochen ganz normal weiter mit einem Zehn-Stunden-Tag. Dieses Mal nicht für die Zeitung, sondern für mein Buch!

Wann „stand“ das Manuskript?

Thomas Stridde: Insgesamt benötigte ich nicht mehr als sechs Wochen bis zum fertigen Roh-Manuskript.

Gibt es bereits nächste Buch-Projekte zur Fussball-Thematik?

Thomas Stridde: Nein. Ein derart schillerndes Thema wie „Peter Ducke“ taucht nicht alle Tage auf. Das hat mit seiner Weltklasse zu tun. Aber mal sehen, was gerade in mir steckt, wenn ich mal wieder 30 bzw. 40 Tage am Stück verfügbar habe.

Und wie steht es um Ihre eigenen sportlichen Präferenzen? Waren bzw. sind Sie ein Fußball-Enthusiast, ein Jena-Fan?

Thomas Stridde: Sportlich betrachtet bin ich ein ganz normaler „Jenaer Junge“. Ich spielte zehn Jahre Fußball in diversen Vereinen und auch beim FC Carl Zeiss, ohne wohl aber jemals mein Talent hinreichend herausgestellt zu haben. Ich versuchte mich aktiv auch im Radsport und als Schachspieler. Vom Joggen kann ich seit 30 Jahren nicht lassen. Und ja: Das Herz schlägt noch für den FCC, zumal der Fahrstuhl von Liga vier in Liga drei in diesem Jahr ein reales Ziel zu sein scheint.

Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg!
Die Fragen stellte Marko Michels

 

Lesung mit Peter Ducke am 22. April

Buchcover © Verlag Neues Leben

Am kommenden Samstag ist DDR-Nationalspieler Peter Ducke zu Gast in Schwerin. In der Thalia Buchhandlung im Schlossparkcenter heißt es ab 20:30 Uhr „Held und Rebell – Das stürmische Leben des ‚Schwarzen Peters'“. Rainer Sander und Simone Struck im Gespräch mit Peter Ducke über Triumphe und Dramen seiner Karriere, aber auch über privates Glück und persönliche Krisen. Karten gibt es in der Thalia Buchhandlung Schwerin. Eintritt: 20 Euro

Thomas Stridde, Peter Ducke
Peter Ducke – Held und Rebell
192 Seiten, geb. mit Abb.
Verlag Neues Leben
ISBN 978-3-355-01850-0
17,99 €

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