ICOMOS-Jahrestreffen begleitet dritte Schweriner Welterbetagung

Einladung zum öffentlichen Festvortrag am 5. November in der Paulskirche

Foto: Landeshauptstadt Schwerin / Christian Berghammer

Unter dem Titel „Schloss – Stadt – Garten, die Residenz als historische Kulturlandschaft“ findet vom 5. bis zum 7. November die dritte Schweriner Welterbetagung statt. Sie wird diesmal gemeinsam vom Landtag Mecklenburg-Vorpommern, dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, der Landeshauptstadt Schwerin und der ICOMOS Deutschland veranstaltet. Die Tagung findet im neuen Plenarsaal des Schweriner Schlosses statt. Als Jahrestagung des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS, dem Internationalen Rat für Kulturdenkmäler und schutzwürdige Bereiche, begleitet die international besetzte Konferenz die Welterbe-Nominierung des „Residenzensembles Schwerin – Kulturlandschaft des romantischen Historismus“. „Die dritte Welterbetagung erfüllt mich mit großem Stolz. Denn sie findet zugleich mit der ICOMOS Jahrestagung statt, die unserer Bewerbung ein großes Interesse und internationale wissenschaftliche Beteiligung sichert“, betont Oberbürgermeister Rico Badenschier.

Historische Kulturlandschaften bewahren als Werke von Natur und Mensch die Spuren der Vergangenheit. Im Zusammenwirken von Residenzschloss, städtischem Raum und umgebender Natur legt die Schweriner Kulturlandschaft ein besonderes Zeugnis der höfischen Kultur des 19. Jahrhunderts in Europa ab. Ausgehend vom Schweriner Ensemble widmet sich die Tagung der historischen Kulturlandschaft im Kontext des Welterbes und untersucht das Beziehungsgeflecht von Residenzanlagen als urbane historische Kulturlandschaften.

Nationale und internationale Referentinnen und Referenten werden auf der Konferenz Residenzen bzw. Residenzlandschaften vorstellen. Neben Deutschland sind England, Frankreich, Tschechien, Schweden und Italien vertreten. Im Vergleich dazu können Ort und Rang der „Residenzlandschaft Schwerin“ genauer bestimmt und ihr außergewöhnlicher universeller Wert geschärft werden.

Ein Höhepunkt der Welterbe-Tagungen ist wieder der öffentliche Festvortrag. Er findet am Sonntag, den 5. November 2017, um 18.00 Uhr in der Schweriner Paulskirche statt. Der ehemalige stellvertretende Landeskonservator und Leiter der Gartendenkmalpflege Berlin, Dr. Klaus-Henning von Krosigk, stellt in seinem Vortrag das „Schlesische Elysium“ vor. Seit der Aufklärung war der Hirschberger Talkessel am Fuß des Riesengebirges in der Grenzregion zwischen Polen, der Tschechei und Deutschland beliebtes Reiseziel von Schriftstellern wie Goethe, Naturforschern wie Alexander von Humboldt und Malern wie Caspar David Friedrich. Im frühen 19. Jahrhundert ließen sich im „Tal der Schlösser und Gärten“ das preußische Königshaus und die dem Hof nahestehende Aristokratie nieder. Die außerordentliche universale Bedeutung dieser ebenfalls im 19. Jahrhundert geprägten Kulturlandschaft ist bereits auf internationalen Symposien herausgearbeitet worden, jedoch steht eine Nominierung als UNESCO-Welterbestätte noch aus.

„Wir freuen uns sehr über diesen hochkarätigen und international renommierten Festredner“, sagt Schwerins Welterbemanagerin Claudia Schönfeld. Als ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) und Mitglied des International Committee of Historic Gardens and Landscapes (ICOMOS-IFLA) gilt Klaus-Henning von Krosigk als Begründer der Gartendenkmalpflege in der Bundesrepublik Deutschland.

Im Anschluss an den Festvortrag lädt Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier, zu einem öffentlichen Empfang in den historischen Perzinasaal ein. Hier haben interessierte Schwerinerinnen und Schweriner die Gelegenheit, zum Auftakt der Tagung mit den Referenten ins Gespräch zu kommen. Die Teilnahme am Festvortrag und Empfang ist kostenlos. Auch zur wissenschaftlichen Tagung können sich Interessierte noch beim Landtag Mecklenburg-Vorpommern Schloss Schwerin unter veranstaltungen@landtag-mv.de anmelden“.

Der Tagungsband mit den Ergebnissen der Zweiten Schweriner Welterbetagung kostet 15 Euro und ist nach der Tagung auch im BürgerBüro des Stadthauses, in der Schwerin Info am Marktplatz, im Museumsshop des Schweriner Schlosses und beim Welterbe Schwerin Förderverein e.V. erhältlich.

LHS
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