Rendezvous am 21. Januar: Jiri Kolar im Kelter-Kabinett

Betrachtungen mit Kurator Dr. Moritz Jäger

 

Jiri Kolar (1914 Protivín – 2002 Prag) ist einer der bekanntesten tschechischen Künstler der Nachkriegszeit und ein Meister der Collage. Aus Reproduktionen berühmter Kunstwerke schuf Kolář völlig neue Formen von Collagen, u. a. Rollagen, Prollagen, Muchlagen und Chiasmagen. Was sich hinter diesen Begriffen verbirgt, stellt Ihnen Dr. Moritz Jäger anhand von Werken aus der Sammlung von Christina und Jürgen Kelter vor.

Kolar begann seine künstlerische Arbeit als Dichter und verstand auch seine späteren Collagen noch als Poesie, weil sie sich aus seinem konsequenten Streben nach „evidenter Poesie“ entwickelten. Das „evidente Gedicht“ sollte nichts mehr abbilden oder beschreiben, keine Syntax mehr haben, die auf etwas anderes hindeutete als das Textmaterial, Wortmaterial, Buchstabenmaterial. Er kam so zur konkreten Poesie – aus dieser Phase ist das zentrale Werk „6 Blätter aus Gersaints Aushängeschild“. Seine Gedichte bestehen mitunter auch aus vorgefundenen Textschnipseln, Gegenständen oder Bildern.

Das Rendezvous findet in der von Dr. Jäger kuratierten Ausstellung zu Jiri Kolar am 21. Januar 2016 um 18 Uhr im sog. Kelter-Kabinett statt. Seit 2011 wird im jährlichen Wechsel ein Künstler aus der Sammlung Kelter, deren besonderes Interesse der Fluxus-Bewegung, aber auch subversiven Künstlern aus dem damaligen Ostblock gilt, im Kelter-Kabinett präsentiert. Der Eintritt kostet 3 Euro.

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