Schwerin – erfolgreicher Tourismus- und Wohnstandort

Minister zieht Bilanz zum Engagement des Landes

 

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (Foto: SPD)Schwerin – Im Rahmen der am Dienstag in Schwerin stattgefundenden externen Kabinettssitzung zog Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, im Altstädtischen Rathaus Bilanz zum Engagement des Landes bei der Förderung des Tourismus- und Wohnstandortes Schwerin.

 

Schwerin bis heute von Bundesgartenschau geprägt

Als größten Erfolg für die Stadt Schwerin benannte der Minister die Bundesgartenschau 2009, die in ihrer städtebaulichen Nachhaltigkeit das touristische Zentrum Schwerin bis heute prägt: „Im Gegensatz zu anderen Bundesgartenschauen, wie die in Magdeburg, Gera-Ronneburg oder auch in München, wo es vordringlich um Altlastensanierung und die Erschließung neuer Flächen ging, war die Bundesgartenschau 2009 in Schwerin ein einzigartiges innerstädtisches Entwicklungsprogramm“, so der Minister. „Schwerin ist die kleinste Landeshauptstadt Deutschlands, entsprechend kompakt war die Ausstellungsfläche. Alle Ausstellungsareale befanden sich rund um das Schweriner Schloss in unmittelbarer Nachbarschaft der Altstadt, wodurch die Besucher die Stadt mit allen ihren Vorzügen ohne größere Anstrengungen erlaufen konnten“, sagte er weiter. Das Land beteiligte sich an der BUGA 2009 mit rund 30 Millionen Euro auf der Basis von Projektförderungen bei einem Investitionsvolumen von insgesamt 47,2 Millionen Euro. Davon wurden 2,3 Mio. Euro durch das Landwirtschaftsministerium bereitgestellt.

Aber nicht nur Schwerin selbst profitierte Dr. Backhaus zufolge von der BUGA. Insgesamt 15 Kommunen präsentierten sich als Außenstandorte, darunter das Biosphärenreservat Schaalsse in Zarrentin, das Landgestüt Redefin oder die Slawensiedlung Groß Raden bei Sternberg. Auch dort wurden Investitionen in Höhe von 10 Mio. € getätigt, wobei das Landwirtschaftsministerium 2,1 Mio. € aus der „Entwicklung ländlicher Räume“ zur Verfügung stellte. „Die Außenstandorte und ihre Projekte ergänzten die Schau in Schwerin in hervorragender Weise und vermittelten so ein umfassendes Bild von Mecklenburg-Vorpommern und seinen Schönheiten“, betonte Dr. Backhaus.

 

„Gartenroute Musische Schloßgärten“ von besonderer Bedeutung

Blick auf die Orangerie und das Schweriner Schloss (Foto: M. Michels)Wie wichtig eine solidarische Stadt-Land-Beziehung für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung beider Räume ist, zeigte laut Dr. Backhaus auch die 2013 in der Orangerie des Schweriner Schlosses vorgestellte „Gartenroute Musische Schloßgärten“, die Landkreise und Landeshauptstadt auf besondere Weise miteinander vernetzt hat. „Gärten sind für den Tourismus in MV von großer Bedeutung. Private Gärten, Gemeindegärten, Pfarr- und Gutsgärten werden nicht nur durch die Anwohner genutzt, sondern auch von Garten- und Kulturliebhabern, Radwanderern, Landurlaubern und Tagestouristen“, so der Minister. Das Gemeinschaftsprojekt der Landeshauptstadt Schwerin mit den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim erweitert die touristische Infrastruktur Westmecklenburgs und wurde deshalb vom Landwirtschaftsministerium mit über 40.000 Euro aus dem Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum (ILERL MV) gefördert.

 

Tourismus profitiert von „Alte Dömitzer Landstraße“

Auch der Bau des Rad- und Wanderweges „Alte Dömitzer Landstraße“ war dem Minister zufolge ein weiterer wichtiger Schritt zur touristischen Erschließung der Region. Der Weg stellt eine Verbindung zwischen der Stadt Schwerin, den im Süden angrenzenden Waldflächen sowie dem städtischen Umland her. Mit der Planung des 6,4 km langen Weges wurde im Jahre 2009 begonnen. Die Bauarbeiten begannen im 1. Bauabschnitt im Herbst 2010, der vierte und letzte Bauabschnitt wurde Juni 2014 übergeben. Neben den Wegebauarbeiten war auch ein Brückenbau über die Bahngleise der Strecke Parchim – Schwerin – Rehna notwendig. Hierfür wurden Elemente der BUGA-Pontonbrücke wiederverwendet. An der Wegestrecke laden mehrere Rastplätze zum Verweilen ein. Besonders zu erwähnen ist der „Kleine“ Waldspielplatz (liegt genau am Zielpunkt) der im Jahr 2012 fertiggestellt wurde und seit dem sehr gut angenommen wird. Insgesamt entstanden für den Rad- und Wanderweg „Alte Dömitzer Landstraße“ sowie für den Waldspielplatz Baukosten in Höhe von 1,1 Mio €. Die Gesamtförderung des Landwirtschaftsministeriums betrug 788.000 €.

 

Unverzichtbar: der Schweriner Zoo

Giraffen im Zoo Schwerin (Foto: Schwerin-NEWS)„Eine wichtige Bedeutung kommt auch dem Schweriner Zoo zu. Er ist aus meiner Sicht unverzichtbar für die Umweltbildung, die mir besonders am Herzen liegt. Deshalb hat mein Ressort in den Jahren 2007 bis 2014 viele Umweltbildungsprojekte gefördert, darunter das Euleninformationshaus, das Froschhaus, die Gestaltung von Terrarien, der Forscherpfad, das Grüne Klassenzimmer oder der Neubau der Kaltwasseraquarien am Forschercamp ZOO. Insgesamt wurden durch das Landwirtschaftsministerium hier mehr als 60.000 Euro an Fördermitteln ausgereicht“, erinnerte Dr. Backhaus.

Ein weiteres Erfolgsprojekt, das der Minister mit der Stadt Schwerin verbindet, ist das 2010 ins Leben gerufene Landesernährungsprogramm Mecklenburg-Vorpommern. „Mit viel Engagement und Ideen aller Akteure konnte bisher an 230 Grund- und Förderschulen das Ziel umgesetzt werden, bei Kindern die Alltags- und Umweltkompetenzen in Bezug auf eine ausgewogene Ernährung zu erhöhen und sie für frische, vitamin- und mineralstoffreiche Lebensmittel zu begeistern. Mit der Fortsetzung des Programms im Schuljahr 2015/2016 möchte ich an die Erfolge anknüpfen und weiterhin Grund- und Förderschulen in ihren Bemühungen um die Gesundheit unserer Kinder unterstützen.“ In Schwerin nehmen 14 Schulen mit 2736 Schülerinnen und Schülern an der Apfelkiste teil.

 

Bewältigung von Altlasten seit 1992 groß geschrieben

Abschließend wies Dr. Backhaus darauf hin, dass Schwerin in den letzten 25 Jahren auch Herausforderungen im Hinblick auf Altlasten aus der DDR-Zeit zu bewältigen hatte. Seit dem Jahr 1992 wurden Maßnahmen zur Erkundung, Sanierung und Überwachung im Bereich Bodenschutz, Altlasten und Grundwasserschutz mit insgesamt rund 1,1 Mio. € gefördert. Von 2015 bis 2018 werden für die Sanierung der ehemaligen Deponie Finkenkamp mehr als 2,4 Mio. Euro durch das Landwirtschafts- und Umweltministerium bereit gestellt werden.

 

Quelle: Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz MV

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