Seltene Gäste aus dem hohen Norden

Seidenschwänze in Schwerin

 

Futterneid bei Seidenschwänzen (c) NABU/Ursula DollWer dieser Tage in Schwerin unterwegs ist und plötzlich ein leises Klingeln vernimmt, muss sich nicht zwangsläufig einen Termin beim Ohrenarzt besorgen. Ein Blick zum Himmel kann schon die Lösung bringen: Seidenschwänze sind derzeit in der Landeshauptstadt unterwegs. Dabei handelt es sich um etwa starengroße Vögel, welche im Winter zum Teil ihre Brutgebiete im nördlichen Sibirien und Skandinavien verlassen. Damit umgehen sie den jahreszeitlich bedingten Nahrungsmangel in ihrer Heimat.

Seidenschwänze fallen durch ihre große Kopfhaube auf. Durch das Fernglas betrachtet wirken die überwiegend rötlichbraunen Vögel auf einmal wesentlich bunter. Das liegt an der gelb-weißen Flügelzeichnung. Typisch ist außerdem der eingangs beschriebene helle Klingelton. Dieser Ruf klingt übrigens im Gegensatz zum Tinnitus sehr angenehm. Bevor ein Seidenschwanz-Trupp abfliegt, schwillt der Chor aus diesen Rufen an.

„Bei uns sind die hübschen Vögel besonders an Beeren und Früchten in Bäumen zu beobachten“, weiß Ulf Bähker von der Naturschutzstation Schwerin. Am Donnerstagmorgen beobachtete er 46 Seidenschwänze an der Ludwigsluster Chaussee, Höhe Netto-Parkplatz. „Hier gibt es viele Misteln in den Bäumen, deren Beeren die Seidenschwänze gerne fressen“, so der Hobby-Ornithologe.

Die Naturschutzstation Schwerin bietet neben vielen anderen Aktionen auch Exkursionen zur Vogelbeobachtung in Schwerin an. Das Programm für das erste Halbjahr 2016 liegt gedruckt vor und kann in der Tourist Info im Rathaus, Am Markt 14, dem Bürgerbüro, Am Packhof 2-6, dem NABU, Wismarsche Straße 146 sowie in der Naturschutzstation, Am Strand 9 in Schwerin-Zippendorf abgeholt werden.

 

Quelle: NABU

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