Siemerling-Sozialpreis an ‎Schwerinerin überreicht

Dreikönigsstiftung Neubrandenburg ehrt Publizistin Dr. ‎Renate Krüger

 

Am gestrigen Donnerstag wurde die Schweriner Historikerin und Schriftstellerin Dr. Renate Krüger in Neubrandenburg mit dem Siemerling-Sozialpreis geehrt. Die 81-Jährige habe sich in herausragender Weise um die soziale und kulturelle Entwicklung von Mecklenburg-Vorpommern verdient gemacht, begründete das Kuratorium der Neubrandenburger Dreikönigsstiftung ihre Entscheidung. Der einzige Sozialpreis in Mecklenburg-Vorpommern, mit dem Menschen geehrt werden, die „sich im besonderen Maße um christlich-humanistische, kulturelle oder soziale Werte verdient gemacht haben“, wird seit 1994 vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Rainer Prachtl, Vorsitzender des Dreikönigsvereins, erklärte: „Dr. Renate Krüger hat in der DDR aufgrund ihres katholischen Glaubens viele Benachteiligungen hinnehmen müssen. Trotzdem ist sie immer ihren eigenen Weg gegangen. Nach der Wende hat sie entscheidende Denkanstöße für die kulturelle und historische Identität unseres Landes gegeben“.

Der Siemerling-Sozialpreis wurde in der Aula des Neubrandenburger Lessing-Gymnasiums von Justizstaatssekretärin Birgit Gärtner ‎überreicht. In iher Laudatio hob Gärtner den Vorbildcharakter der Gewürdigten hervor: „Die Schweriner Publizistin und Katholikin Dr. Renate Krüger hat sich Zeit ihres Lebens für ihre Heimat und die Kirche eingesetzt. Sie hat sich im Leben nicht beirren lassen, weder von der Schikane des DDR-Unrechtssystems noch von ausweglos erscheinenden Lebenslagen. Nach der Wiedervereinigung machte sich Dr. Renate Krüger neben ihren Romanen und Schriften auch einen Namen als Historikerin für unser Land, die Kunst und die katholische Kirche. Mecklenburgs Geschichte bleibt durch ihre Bücher lebendig. Dank dieses beeindruckenden Lebens ist es mehr als verdient, dass die Dreikönigsstiftung Neubrandenburg in diesem Jahr Dr. Renate Krüger für ihr Engagement auszeichnet“, erklärte die Staatssekretärin

 

Zur Person
Renate Krüger ist im vergangenen Sommer 81 Jahre alt geworden. 1954 hatte sie das Studium der Kunstgeschichte und klassischen Archäologie in Rostock aufgenommen. Weil sie sich für die katholische Studentengemeinde engagierte, wurde sie 1955 exmatrikuliert. 1965 verlor sie aus politischen Gründen ihre Anstellung am Staatlichen Museum Schwerin. Trotz der Diskriminierungen gelang es ihr, 1966 an der Universität Greifswald zu promovieren. Ab 1971 arbeitete sie als freiberufliche Autorin und veröffentlichte zahlreiche Sachbücher und Romane. Während der Wende engagierte sie sich bei den Schweriner Montagsdemos, um nach 1990 ihre Aufgabe als Kunst-, Kirchen- und Landeshistorikerin zu finden. Sie legte bemerkenswerte Publikationen zur Landesgeschichte vor, unter anderem: „Aufbruch aus Mecklenburg. Die Welt der Gertrud von le Fort“, „Spurensuche in Mecklenburg. Innenansichten eines Landes“ oder „Schwerin und sein Schloss“. (Quelle: Dreikönigsverein NB)

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