Spitzengespräch mit der Katholischen Kirche in Schwerin

Flüchtlingssituation in Mecklenburg-Vorpommern war zentales Gesprächsthema

 

Schloss Schwerin (Foto: SN-News)Schwerin – Zu ihrem turnusgemäßen Spitzentreffen trafen Vertreter der Landesregierung mit Vertretern der Katholischen Kirche am Montag in Schwerin zusammen. Ein zentrales Gesprächsthema war die Situation der Flüchtlinge in Mecklenburg-Vorpommern. Ministerpräsident Erwin Sellering dankte dem Malteser Hilfswerk und der Caritas für ihr großes Engagement und betonte: „Nun geht es darum, Flüchtlinge gut in unsere Gesellschaft zu integrieren. Es geht um Sprache, Kita-Plätze, Schule und Arbeit. Vieles davon muss in den Gemeinden vor Ort geleistet werden. Nur wenn Integration gelingt, verhindern wir eine Spaltung der Gesellschaft. Hier müssen alle gesellschaftlich relevanten Kräfte zusammenarbeiten. Ich bin froh, die Katholische Kirche mit ihren Einrichtungen an unserer Seite zu wissen. Wie wir überhaupt in den wesentlichen Grundsatzfragen beim Thema Flüchtlinge einer Meinung sind. Jeder Mensch, der in Deutschland Zuflucht sucht, hat Anspruch auf ein faires Verfahren und eine menschwürdige Behandlung. Menschen, die keinen Anspruch auf Asyl haben, müssen in ihre Heimat zurückkehren.“

Die Erzbischöfe sicherten dem Land weiterhin ihre Unterstützung bei den Herausforderungen der Flüchtlingskrise zu und lobten haupt- wie ehrenamtliches Engagement. Viele Frauen und Männer in den Kirchengemeinden würden in kleinen Dingen, zum Beispiel als Sprachpaten, mit Flüchtlingscafés, Fahrdiensten oder gemeinsamen Behördengängen helfen und so durch ihr konkretes Tun den Flüchtlingsmassen ein Gesicht geben, sagte Erzbischof Heße „Gerade diese Hilfen zur Selbsthilfe oder zum Kennenlernen gilt es zu erhalten und zu fördern. Staat und Gesellschaft brauchen eine auf lange Sicht ausgerichtete Kultur der Gastfreundschaft und der Integration.“

Innenminister Lorenz Caffier berichtete von dem NPD-Verbotsverfahren beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe: „Wesentliche Dokumente sind bei uns im Land zusammengetragen worden, die formalen Hürden sind genommen, nun wird es zu einer Entscheidung in der Sache kommen. Wir können nicht vermitteln, dass eine Partei wie die NPD staatliche Zuwendungen erhält, auch darum ist ein Verbot so wichtig. Richtig ist aber auch, dass der Kampf gegen rechtsradikales Gedankengut nicht mit einem Parteienverbot enden darf. Hier bleibt die ganze Zivilgesellschaft weiterhin gefordert.“

Erzbischof Koch sprach die Sorge um die Menschen in die durch Abwanderung betroffenen ländlichen Regionen des Landes an. Als Beispiel nannte er das Projekt CariMobil, das es seit 2014 in Vorpommern gibt. „Es ist eine soziale Beratung mit einem Kleinbus, die die Menschen dort stützt, wo sie schon sehr lange leben“, sagte Koch. Es müsse bei der Bildung von größeren effektiveren Einheiten und Strukturen auf staatlicher und auch kirchlicher Seite immer darum gehen, wertschätzend mit den Menschen umzugehen.

In Mecklenburg-Vorpommern leben rund 55.000 Katholiken. Der Landesteil Mecklenburg gehört zum Erzbistum Hamburg. Der Landesteil Vorpommern gehört zum Erzbistum Berlin.

 

Quelle: MP MV

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