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	<title>Kommentare zu: XX.Filmkunstfest: Das cineastische Feuer ist entz&#252;ndet!</title>
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	<description>Schweriner Nachrichten einfach online lesen</description>
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		<title>Von: Michels</title>
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		<dc:creator>Michels</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 May 2010 17:56:39 +0000</pubDate>
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		<description>Die ersten „45 Minuten“ sind rum

Spannung, Dramatik und Melancholie auch f&uuml;r die zweite Halbzeit/Am Sonntag erlischt das cineastische Feuer des XX.Filmkunstfestes M-V

Das XX.Filmkunstfest hat trotz Baustellen rund ums CAPITOL; Wasser von oben und untersten Luft-Temperaturen die Leidenschaft der Teilnehmer und Zuschauer bislang entfachen k&ouml;nnen. Lesungen, Konzerte, Ausstellungen, Talkrunden und nat&uuml;rlich die Filmvorstellungen fanden bislang regen Zuspruch.

Am heutigen Freitag hei&szlig;t es hingegen im CAPITOL/Saal 1 „Manfred Krug, Uschi Br&uuml;ning und Jazzin` the Blues“. Ein gro&szlig;es Konzert in einer traditionsreichen Einrichtung. Dort, wo sich vor 64 Jahren KPD und SPD auf Druck und Zwang der sowjetischen Besatzungsmacht und der KPD-Landesleitung vereinigen mu&szlig;ten und in deren Folge mehr als 5000 Sozialdemokraten verhaftet, bespitzelt und ihrer &Auml;mter enthoben wurden sowie selbst anti-stalinistisch gesinnte Kommunisten Repressalien erlitten. Dort wird das Allround-Talent Manne Krug, der aus seiner Abneigung gegen die DDR-Diktatur nie ein Hehl machte und ins Visier der Stasi geriet, einen sicherlich denkw&uuml;rdigen Auftritt haben.

Denkw&uuml;rdig – gerade vor dem Hintergrund des 65.Jahrestages des Kriegsendes 1945 – war auch eine Preisverleihung am 5.Mai. Noch einmal wurde das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte wach – der Massenmord an den Deutschen j&uuml;dischen Glaubens w&auml;hrend der nationalsozialistischen Diktatur. Den Medienpreis der Architektenkammer MV erhielt die NDR Journalistin Ulrike Steinbach f&uuml;r ihre Fernsehreportage „Eine Stadt baut ihre Synagoge: J&uuml;disches Leben kehrt zur&uuml;ck nach Schwerin“.
So wurde die neue Schweriner Synagoge am 3.Dezember 2008 im Innenhof der Geb&auml;ude an der Schlachterstrasse 3 / 5 eingeweiht – 70 Jahre, nachdem die alte Synagoge an diesem Standort durch die Nazis verw&uuml;stet wurde.
Diese zwangen die Schweriner j&uuml;dischen Glaubens sogar, diese auch noch eigenh&auml;ndig abzutragen. Der Film von Ulrike Steinbach erinnert ber&uuml;hrend an dieses Kapitel Schweriner Geschichte und Gegenwart.

Hasso Hartmann, der leider erkrankte k&uuml;nstlerische Festival-Leiter, hatte in seinem Gru&szlig;wort an das Filmkunstfest MV noch einmal darauf hingewiesen, dass „Schwerin f&uuml;r Filme steht, die in unterschiedlichsten Handschriften unsere tats&auml;chliche Lebensrealit&auml;t differenziert reflektieren. Es ist ein deutschlandweit anerkanntes Festival der N&auml;he, der menschlichen W&auml;rme und des sozialen Engagements.“

Das beweisen auch die verschiedenen Beitr&auml;ge f&uuml;r den Spielfilm-Wettbewerb.
„Transfer“ von Damir Lukacevic zeigt, wohin es f&uuml;hren kann, wenn „Geld die Welt“ absolut regiert. Schon die Zust&auml;nde heute sind eine Schande, in der ein Viertel der Menschheit auf Kosten des „Restes“ lebt. Wenn Menschen aber zu einer Ware degradiert werden, der man sich bedienen kann, wie man will, dann ist das Ende der Menschlichkeit besiegelt. „Transfer“, ein Film, der wachr&uuml;ttelt.
„Ayla“ von Su Turhan zeigt die Widerspr&uuml;che im Leben der deutschen T&uuml;rken bzw. t&uuml;rkischen Deutschen hierzulande: die leidenschaftlichen Auseinandersetzungen zwischen alten Tradition und neuer Liberalit&auml;t. Ein Pl&auml;doyer f&uuml;r mehr Mitmenschlichkeit und die Achtung des Lebens. Und vor allem Toleranz, denn Liebe macht vor Grenzen – politischen, wirtschaftlichen oder eben auch religi&ouml;sen, traditionellen – nicht Halt.

Nicht untersch&auml;tzen sollte man auch den Beitrag „Cindy liebt mich nicht“ von Hannah Schweier. Auch hier geht es um Liebe, Freundschaft, echte Zuneigung, gekonnt umgesetzt in einer Dreiecksbeziehung, die nicht nur unterh&auml;lt, sondern auch zum Nachdenken und Mitf&uuml;hlen anregt.

Auch die anderen Spielfilme sind meisterlich, ob Franz M&uuml;llers „Liebe der Kinder“, Bartosz Werners „Unkraut im Paradies“ Jasmila Zbanics „Na Putu“, Dietrich Br&uuml;ggemanns „Renn, wenn du kannst“, Andreas Kleinerts „Barriere“ oder Oliver Kienles „Bis aufs Blut – Br&uuml;der auf Bew&auml;hrung“. Ganz gleich wie der Spielfilm-Wettbewerb ausgeht, von den einzelnen Filme-Machern, die hier vorgestellt wurden, werden alle ihren Weg bestimmt mit gro&szlig;em Erfolg weiter gehen. „Film ab“ sollte weiter deren Motto ebenfalls f&uuml;r die Zukunft sein.

Noch stehen drei Filmkunstfest-Tage auf dem Programm. Am 8.Mai, an diesem geschichtstr&auml;chtigen Tag, erfolgt die Preisverleihung.
Ein Preis steht schon fest. Den Ehrenpreis, den „Goldene Ochse“, f&uuml;r sein Lebenswerk erh&auml;lt Manfred Krug. Die DDR-Staatssicherheit h&auml;tte ihn seinerzeit gern als den „zerbrochenen Krug“ erlebt, heute ist er der „goldene Krug“, der hoffentlich beste k&uuml;nstlerische „Manne-Kost“ weiter verabreichen wird. „Manne Murmelauge“ von der ABC-Zeitung war gestern, jetzt ist Manne Krug angesagt – eine pers&ouml;nliche gesamtdeutsche Geschichte in der Landeshauptstadt Schwerin, mit ihrer bewegten 850j&auml;hrigen Geschichte.

Also, Wochenende nutzen, um das Filmkunstfest zu besuchen.
Am Sonntag erlischt das cineastische Feuer des XX.Filmkunstfestes M-V endg&uuml;ltig. Und letztendlich m&ouml;chte man doch nicht vers&auml;umen, wer denn nun den FKF-Medaillenspiegel gewinnen wird.

Marko Michels</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die ersten „45 Minuten“ sind rum</p>
<p>Spannung, Dramatik und Melancholie auch f&uuml;r die zweite Halbzeit/Am Sonntag erlischt das cineastische Feuer des XX.Filmkunstfestes M-V</p>
<p>Das XX.Filmkunstfest hat trotz Baustellen rund ums CAPITOL; Wasser von oben und untersten Luft-Temperaturen die Leidenschaft der Teilnehmer und Zuschauer bislang entfachen k&ouml;nnen. Lesungen, Konzerte, Ausstellungen, Talkrunden und nat&uuml;rlich die Filmvorstellungen fanden bislang regen Zuspruch.</p>
<p>Am heutigen Freitag hei&szlig;t es hingegen im CAPITOL/Saal 1 „Manfred Krug, Uschi Br&uuml;ning und Jazzin` the Blues“. Ein gro&szlig;es Konzert in einer traditionsreichen Einrichtung. Dort, wo sich vor 64 Jahren KPD und SPD auf Druck und Zwang der sowjetischen Besatzungsmacht und der KPD-Landesleitung vereinigen mu&szlig;ten und in deren Folge mehr als 5000 Sozialdemokraten verhaftet, bespitzelt und ihrer &Auml;mter enthoben wurden sowie selbst anti-stalinistisch gesinnte Kommunisten Repressalien erlitten. Dort wird das Allround-Talent Manne Krug, der aus seiner Abneigung gegen die DDR-Diktatur nie ein Hehl machte und ins Visier der Stasi geriet, einen sicherlich denkw&uuml;rdigen Auftritt haben.</p>
<p>Denkw&uuml;rdig – gerade vor dem Hintergrund des 65.Jahrestages des Kriegsendes 1945 – war auch eine Preisverleihung am 5.Mai. Noch einmal wurde das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte wach – der Massenmord an den Deutschen j&uuml;dischen Glaubens w&auml;hrend der nationalsozialistischen Diktatur. Den Medienpreis der Architektenkammer MV erhielt die NDR Journalistin Ulrike Steinbach f&uuml;r ihre Fernsehreportage „Eine Stadt baut ihre Synagoge: J&uuml;disches Leben kehrt zur&uuml;ck nach Schwerin“.<br />
So wurde die neue Schweriner Synagoge am 3.Dezember 2008 im Innenhof der Geb&auml;ude an der Schlachterstrasse 3 / 5 eingeweiht – 70 Jahre, nachdem die alte Synagoge an diesem Standort durch die Nazis verw&uuml;stet wurde.<br />
Diese zwangen die Schweriner j&uuml;dischen Glaubens sogar, diese auch noch eigenh&auml;ndig abzutragen. Der Film von Ulrike Steinbach erinnert ber&uuml;hrend an dieses Kapitel Schweriner Geschichte und Gegenwart.</p>
<p>Hasso Hartmann, der leider erkrankte k&uuml;nstlerische Festival-Leiter, hatte in seinem Gru&szlig;wort an das Filmkunstfest MV noch einmal darauf hingewiesen, dass „Schwerin f&uuml;r Filme steht, die in unterschiedlichsten Handschriften unsere tats&auml;chliche Lebensrealit&auml;t differenziert reflektieren. Es ist ein deutschlandweit anerkanntes Festival der N&auml;he, der menschlichen W&auml;rme und des sozialen Engagements.“</p>
<p>Das beweisen auch die verschiedenen Beitr&auml;ge f&uuml;r den Spielfilm-Wettbewerb.<br />
„Transfer“ von Damir Lukacevic zeigt, wohin es f&uuml;hren kann, wenn „Geld die Welt“ absolut regiert. Schon die Zust&auml;nde heute sind eine Schande, in der ein Viertel der Menschheit auf Kosten des „Restes“ lebt. Wenn Menschen aber zu einer Ware degradiert werden, der man sich bedienen kann, wie man will, dann ist das Ende der Menschlichkeit besiegelt. „Transfer“, ein Film, der wachr&uuml;ttelt.<br />
„Ayla“ von Su Turhan zeigt die Widerspr&uuml;che im Leben der deutschen T&uuml;rken bzw. t&uuml;rkischen Deutschen hierzulande: die leidenschaftlichen Auseinandersetzungen zwischen alten Tradition und neuer Liberalit&auml;t. Ein Pl&auml;doyer f&uuml;r mehr Mitmenschlichkeit und die Achtung des Lebens. Und vor allem Toleranz, denn Liebe macht vor Grenzen – politischen, wirtschaftlichen oder eben auch religi&ouml;sen, traditionellen – nicht Halt.</p>
<p>Nicht untersch&auml;tzen sollte man auch den Beitrag „Cindy liebt mich nicht“ von Hannah Schweier. Auch hier geht es um Liebe, Freundschaft, echte Zuneigung, gekonnt umgesetzt in einer Dreiecksbeziehung, die nicht nur unterh&auml;lt, sondern auch zum Nachdenken und Mitf&uuml;hlen anregt.</p>
<p>Auch die anderen Spielfilme sind meisterlich, ob Franz M&uuml;llers „Liebe der Kinder“, Bartosz Werners „Unkraut im Paradies“ Jasmila Zbanics „Na Putu“, Dietrich Br&uuml;ggemanns „Renn, wenn du kannst“, Andreas Kleinerts „Barriere“ oder Oliver Kienles „Bis aufs Blut – Br&uuml;der auf Bew&auml;hrung“. Ganz gleich wie der Spielfilm-Wettbewerb ausgeht, von den einzelnen Filme-Machern, die hier vorgestellt wurden, werden alle ihren Weg bestimmt mit gro&szlig;em Erfolg weiter gehen. „Film ab“ sollte weiter deren Motto ebenfalls f&uuml;r die Zukunft sein.</p>
<p>Noch stehen drei Filmkunstfest-Tage auf dem Programm. Am 8.Mai, an diesem geschichtstr&auml;chtigen Tag, erfolgt die Preisverleihung.<br />
Ein Preis steht schon fest. Den Ehrenpreis, den „Goldene Ochse“, f&uuml;r sein Lebenswerk erh&auml;lt Manfred Krug. Die DDR-Staatssicherheit h&auml;tte ihn seinerzeit gern als den „zerbrochenen Krug“ erlebt, heute ist er der „goldene Krug“, der hoffentlich beste k&uuml;nstlerische „Manne-Kost“ weiter verabreichen wird. „Manne Murmelauge“ von der ABC-Zeitung war gestern, jetzt ist Manne Krug angesagt – eine pers&ouml;nliche gesamtdeutsche Geschichte in der Landeshauptstadt Schwerin, mit ihrer bewegten 850j&auml;hrigen Geschichte.</p>
<p>Also, Wochenende nutzen, um das Filmkunstfest zu besuchen.<br />
Am Sonntag erlischt das cineastische Feuer des XX.Filmkunstfestes M-V endg&uuml;ltig. Und letztendlich m&ouml;chte man doch nicht vers&auml;umen, wer denn nun den FKF-Medaillenspiegel gewinnen wird.</p>
<p>Marko Michels</p>
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